Alpenverein Freistadt - Wir geben Dir Berge!

Tipps & Tricks

Asolo North


Hier findest Du neben Tipps und Tricks auch einige interessante bis kuriose Informationen rund um den Berg.

Die höchsten Berge der Welt
Die höchsten Berghänge der Alpen
Die höchsten Wände der Alpen

Tipp I - Orientierung
Tipp II - Chimborazo: Der höchste Berg der Welt?
Tipp III - Lawinengefahr
Tipp IV - Hangneigungsmessung mit 2 Teleskopstöcken
Tipp V - Knieentlastung
Tipp VI - Bäuerliche Almnutzung
Tipp VII - Karst
Tipp VIII - Gletscherwind
Tipp IX - Gletscherspalten
Tipp X - GPS (Global-Positioning-System)
Tipp XI - Flüssigkeitshaushalt in der Höhe
Tipp XII - Mondphasen und Wetter - Ein Mythos?
Tipp XIII - Alpines Notsignal-Verbreiteter Irrtum
Tipp XIV - Umdrehen!
Tipp XV - Höhenkrankheit wegen dünner Luft?
Tipp XVI - Blitzgefahr



 


Tipp I - Orientierung (Uhrenkompaß & Schattenkompaß)
Bussole:
Bussole MC1

Du kannst Deine Armbanduhr als Kompass verwenden:

Uhrenkompaß:
1) drehe die Uhr solange, bis der kleine Zeiger
     auf die Sonne gerichtet ist
2) zwischen kleinem Zeiger und 12:00 ist Süden!

Von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr liegt die gedachte Halbierungslinie im kleineren Winkel zwischen Sonne und der Zwölf, von 18.00 Uhr bis 6.00 Uhr früh im großen Winkel auf dem Zifferblatt. 

Schattenkompaß:
Einen Stab in den Boden stecken und den Endpunkt des Schattens markieren. Nun wartet man eine Weile (es reichen schon 10 Minuten), in der der Schatten weiter wandert. Dann wird erneut das Ende des Schattens markiert. Die Linie zwischen den beiden Schattenpunkten liegt in der West-Ost-Achse. Es liegt der erste Punkt in westlicher und der zweite Punkt in östlicher Richtung. Je länger die Messzeiten auseinander liegen und je waagerechter das Gelände ist, auf das der Schatten geworfen wird, um so genauer ist die Richtungsbestimmung. Wollen wir ein möglichst genaues Ergebnis, so nehmen wir einen kurzen Stecken von etwa 30 cm Länge (der Schatten ist dann schärfer) und warten eine längere Zeit bis zum Messen. Benötigen wir dagegen schnell ein Ergebnis, nehmen wir einen längeren Stab von 1 m Länge und darüber. Die Schattenspitze wandert dann schneller. Eine ziemlich brauchbare Nord-Südrichtung erhalten wir, wenn der erste Punkt kurz vor, der zweite Punkt kurz nach der Mittagszeit festgelegt wird. Durch die halbierte Verbindungslinie W-O führt die Nordrichtung vom Stab aus gemessen. Auch bei verdeckter Sonne sind Schatten noch feststellbar, wenn z. B. ein Bleistift oder Kugelschreiber auf eine helle Unterlage senkrecht aufgestellt wird.




Tipp II - Chimborazo: Der höchste Berg der Welt?



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Die Behauptung, der Chimborazo - und nicht der Mount Everest - sei der höchste Berg der Welt, ist nicht (ganz) falsch. Sie stimmt bei Berechnung der Entfernung eines Gipfels vom Erdmittelpunkt, statt - wie üblich - die Höhe über dem Meeresspiegel.

Die Fliehkraft der Erdumdrehung führt dazu, daß der Durchmesser der Erde am Äquator etwa vierzig Kilometer größer ist als zwischen den Polen. Ein Kreis um das Zentrum der Erde, der die Spitze des Chimborazo gerade berührt, geht deshalb mehrere Kilometer über den Gipfel des Mount Everest hinweg.

Vergleich der Berge

Berg

Ort Breitengrad "Gewinn" Meereshöhe "Gesamthöhe"
Chimborazo Ecuador 1.4o Süd 21373m 6272m 27645m
Huascarán Peru 8.9o Süd 20872m 6768m 27640m
Cotopaxi Ecuador 0.8o Süd 21382m 5896m 27278m
Kilimandscharo Afrika 3.0o Süd 21327m 5895m 27222m
Cayambe Ecuador 0.1o Nord 21386m 5796m 27182m
Mount Everest Himalaja 28.0o Nord 16654m 8848m 25502m
Aconcagua Argentinien 32.0o Süd 15359m 6958m 22317m
Mont Blanc Alpen 46.0o Nord 10293m 4807m 15100m
Mount McKinley Alaska 63.0o Nord 4391m 6193m 10584m
Vinsonmassiv Antarktis 80.0o Süd 642m 5140m 5782m

Der Chimborazo ist also tatsächlich über 2 km (genau 2056m) "höher" als der Mount Everest, der Huascarán (höchster Berg Perus) ist wiederum nur 5m "niedriger".
Sehr gut im Rennen liegen die Berge in der Nähe des Äquators, wie z.B. auch der Kilimandscharo in Afrika. Und der Mont Blanc in Europa "überragt" demnach auch die Berge in den Polarregionen um Kilometer.




Tipp III - Lawinengefahr



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Problemzonen: ost- bis südschauende (leeseitige) Rinnen und Mulden, in denen die Windverfrachtungen bis zur Waldgrenze herab reichen können

Gefährlich:

1) Frühwinter mit wenig Schnee 
2) wochenlanges schönes und kaltes Wetter mit darauffolgender Kaltfront
3) Nullgradgrenze erstmals mehrere Tage oberhalb rund 3000 m (Nordhänge die zum erstenmal aufgeweicht werden)
4) "Schneemäuler" beachten (Indiz für Anrissfreudigkeit der Schneedecke)

Lawinengerechtes Verhalten:

-Entlastungsabstände (beim Aufstieg) 
-Normabstände von 50m (Abfahrt, Hangneigungsbereich zw. 30° und 35°) 
-Einzelfahren (Abfahrt, ab 35° Hangneigung)

In der Umgangssprache der Schnee- und Lawinenforschung gibt es einige Begriffe (z.T. abgeleitet aus der Schweizer Mundartsprache), die etwa folgendermassen verwendet:

Windkolk:
Windkolk ist ein Zeichen für starke Windtätigkeit vor Hindernissen. Wenn der Wind z.B. direkt auf einen großen Stein weht, so entsteht vor dem Stein ein schneefreier Raum, aus dem der Schnee ständig erodiert wird.
Es entstehen Schnee-Erosionsspuren (Düsenwirkung) um Steine, Felsblöcke, typisch auch hinter künstlichen Hindernissen (Gebäuden, Zäunen). Dieser Effekt wird im Lawinenverbau z.T. bewusst mit 'Kolktafeln' für Verwehungsverbau erzeugt und ausgenutzt. Eine Berechnung ist weitgehend unmöglich, erste Versuche gab es von Welzenbach (ca. 1920), von Campbell im Oberengadin oder von R. Tabler (USA, ca.1978); mit wenig Erfolg adaptiert von Meister/Föhn ca. 1980 zur Modellierung von Wächten und der Schneeverteilung in Lawinenanrisszonen.
Es gibt prevailing winddirections, die jeweils ähnliche Muster von Windkolken bilden. Aber es gibt auch das Equilibrium profile, das dem entgegenwirkt...

Schneefahnen:
Im Kamm- und Gratbereich sind sie ein deutliches Zeichen von verfrachtetem Schnee, der fahnenförmig über die Kämme in die Windschattenhänge transportiert wird.
Zeigen Schneetreiben (über Augenhöhe) um Berggipfel und Gratkanten, mit/ohne Niederschlag an. Eindrücklich sichtbar bei klarem Himmel mit guten Sichtbedingungen, vielfach auch vom Tal aus. Bodennahe Schneeverfrachtung (bis ca. Augenhöhe) heißt hingegen Schneefegen.
Schneetransport durch Wind setzt i.A. ab einer mittleren Windgeschwindigkeit von 4 m/sec ein.

Schneemäuler:
An steilen, glatt strukturierten Hängen reißt die Schneedecke auf, geht aber noch nicht vollkommen ab. Der sich auftuende Spalt wird als Schneemaul bezeichnet und ist die erste Phase von Gleitschneerutschen (-lawinen). Die gesamte Schneedecke gleitet auf dem Boden ab (es gibt dann eine Bodenlawine, im Gegensatz zur Oberlawine) und reißt die nasse (oder zumindest feuchte) Schneedecke auf. Vielfach viertelmondartig gebogen (höchster Punkt in der Mitte bergseitig), unterhalb vielfach auch Faltspuren des zusammengestauchten Schnees. Der Prozess kann langsam vor sich gehen (ca. 1m/Tag), und findet teilweise (nicht immer) seinen Abschluss als Abgang effektiver Lawinen, wenn die Spannungen anwachsen. Die Gleitschneelawinen sind meist harmlos, können aber auch zu Grundlawinen (nass, Fremdmaterial mitführend) auswachsen. Treten jeweils (während des ganzen Winters, besonders in Lagen unter ca. 2.000m) bei Erwärmungsphasen auf.

Siehe auch:
Lawinenkunde




Tipp IV - Hangneigungsmessung mit 2 Teleskopstöcken



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Ab 35° Hangneigung steigt die Gefahr der Selbstauslösung und somit die Lawinengefahr stark an.

Daher ist die Messung der Hangneigung wichtig:

a) Näherungsmethode:
Mit 2 Stöcken kann man 45° abschätzen, indem man einen Stock senkrecht auf die Schneeoberfläche hängen lässt und den zweiten im rechten Winkel in etwa waagrecht gegen den Hang hält. Bildet sich ein gleichschenkliges Dreieck sind es ca. 45°. Ist der waagrechte Schenkel kürzer als der senkrechte Schenkel sind es mehr als 45°.
Allerdings befindet man sich dann bei der Messung bereits im gefährlich steilen Gelände!

b) genauere Messung:
- beide Stöcke bilden einen rechten Winkel
- der senkrechte Stock wird bis zum Teller in den Schnee gesteckt und besitzt eine Markierung ca. 80cm oberhalb des Tellers.
- der zweite Stock wird nun solange horizontal verschoben (Stock in Höhe der Markierung des senkrechten Stockes) bis die Stockspitze Schneeberührung hat.
- auf den waagrechten Stock sind dann Entfernungsmarkierungen angebracht (Abstand Skistockspitze - Markierung senkrechter Stock), die dann aufgrund des Phythagorassatzes (tangens alpha) die Hangneigung ergeben. Also Abstand Skistockspitze bis Markierung senkrechter Stock z.B. = 80cm, entspricht dann einem Winkel von 45°. Auf dem Stock sind dann dementsprechend die Winkel aufgetragen. Diese Methode kann somit jeder Tourengeher ganz einfach auch zu Hause auf seinen Stock aufbringen.

Ab 35° Hangneigung steigt die Gefahr der Selbstauslösung und somit die Lawinengefahr stark an. Daher ist die Messung der Hangneigung wichtig.
Praktische Hinweise zum Messen der Hangneigung:
Neigungsmessung mit Skistöcken: 2:3
1/2 Stocklänge = 27° also ca. 30° (kritische Hangneigung, "Spitzkehrengelände")
2/3 Stocklänge = 35°
ganze Stocklänge = 45°

Wenn Snowboarder dabei sind: Auch mit der Gradeinteilung der Snowboardbindung ist eine Neigungsmessung möglich!

Siehe dazu auch:
der AV-Planzeiger gewährleistet eine ideale Orientierung mit der Karte im Gelände (Winkelmessung, Richtungs- und Neigungsbestimmung

Noch ein wichtiger Hinweis zur Hangneigung:
In Prozenten wird das Verhältnis einer Strecke zur Höhendifferenz angegeben. Sind Strecke und Höhendifferenz gleich groß, spricht man von einer Steigung von 100 Prozent. In Graden ausgedrückt sind das aber nur 45 Grad! (ab hier wird von einer "Eistour" gesprochen, bis dahin werden Schiabfahrten als Steilwandfahrten bezeichnet).
Die Steilheit spielt auch bei der Beurteilung der
Lawinengefahr eine Rolle. Die meisten Lawinenabgänge ereignen sich zwischen 20 und 45 Grad Hangneigung.




Tipp V - Knieentlastung



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Deine Knie sind die schwächsten Punkte am Bein.
Durch die Verwendung von Stöcken (auch und vor allem beim Bergwandern) kommt es bei einer  8-stündiger Bergtour zu einer Entlastung der Kniegelenke von bis zu 250 Tonnen!

Ohne Stöcke entsteht beim Bergabgehen eine Mehrbelastung der Kniegelenke um 22%.

Spätestens nach 10 bis 15 Jahren merkt man den Unterschied.
Denkst du so langfristig?



Tipp VI - Bäuerliche Almnutzung



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Wie wichtig die bäuerliche Nutzung von Almen ist, zeigt folgender Sachverhalt:
Beim Ausbleiben der bäuerlichen Nutzung frieren die nicht geschnittenen Grashalme (die im Herbst sehr lang werden) im Winter in den Schnee ein und werden durch Kriechschnee mitsamt den Wurzeln herausgerissen. Ohne menschlichen Eingriff wird hier allmählich die gesamte Vegetationsdecke zerstört, was schwerwiegende Auswirkungen für den Talboden mit sich bringt.



Tipp VII - Karst



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Karstgebiete wie das Tote Gebirge entstehen dort, wo das Gestein in hohem Maße wasserlöslich ist. Typisch sind Karbonatgesteine wie Kalke und Dolomite. Mit Kohlendioxid angereichertes Regenwasser löst es aus dem Gebirge, lässt Spalten und Ritzen entstehen und sorgt mit der Zeit für die Entstehung weiterverzweigter Höhlensysteme.
Durch diese unterirdischen Hohlräume bahnt sich das Wasser seinen Weg, bis es auf wasserundurchlässige Schichten (wie z. Bsp. Schiefer) trifft und als Quelle zutage tritt (der Weg durch den Berg kann Jahrzehnte dauern!).
Die Bezeichnung "Karst" ist übrigens ursprünglich ein Eigenname für das Gebirgsland in der Umgebung von Triest.



Tipp VIII - Gletscherwind



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Dieser Wind ist eine Auswirkung des Schmelzvorganges der Gletscher. Durch das Schmelzen kühlt sich die Luft über dem Gletscher ab und weht dann der Falllinie entlang ins Tal. Die Wissenschaft bezeichnet den Gletscherwind als eine katabatische Luftströmung. Sie tritt nur bei sonnigem Wetter auf. Obwohl er nur eine lokale Luftströmung ist, beeinflusst der Gletscherwind die Vegetation in seinem Bereich mit entscheidend.



Tipp IX - Gletscherspalten

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Die größte Gefahr für Bergsteiger in Gletschergebieten sind die Gletscherspalten! Sie können oft bis zu über 20 Meter tief sein.
Gletscherspalten sind ein sichtbarer Beweis für die Bewegung von Gletschern. Sie entstehen aufgrund der unterschiedlichen Spannungen im Gletscher. Spalten, die den Gletscher horizontal gliedern, heißen Querspalten, da sie quer zur Fließrichtung des Gletschers liegen. Sie entstehen, wenn der Gletscher ein Hindernis überfließt und es so zu unterschiedlichen Geschwindigkeiten kommt, oder infolge von Brüchen an einer Geländekante. Ist der Niveauunterschied jedoch zu groß, so reißt das Eis über die gesamte Breite auf und bricht ab. Diese imposante Erscheinung nennt man Gletscherbruch. Dabei können auch Eistürme und Seracs (Eiszacken) entstehen. Längsspalten entstehen durch das vom Rand zum Zentrum mit zunehmender Geschwindigkeit fließende Eis. Im Zungenbereich sind Radialspalten am Gletscher zu finden. Auch sie entstehen aufgrund der unterschiedlichen Fließgeschwindigkeit, weisen aber alle auf die Mitte des Gletschers hin. Neben diesen Spalten gibt es noch den Bergschrund. Diese besondere Spalte entsteht, wo sich das schneller bewegte Eis der Firnmulde von dem am Karrand haftenden Eis und Firnschnee löst und eine dem Eiskörper entlanglaufende Spalte bildet. Gletscherspalten öffnen sich meist als feine Haarrisse. Im Firn geht dies unmerklich vor sich, im Eis mit einem dumpfen oder scharfen Knall. Die Spalten können sich erweitern oder wieder schließen, wobei bei letzterem eine weiße Narbe sichtbar bleibt.



Tipp X - GPS (Global-Positioning-System)



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GPS ist ein seit 1978 aktives (anfangs nur militärische Nutzung), weltumspannendes Satellitensystem zur hochgenauen Ortung, Navigation und Zeitverteilung. GPS arbeitet mit 24 umlaufenden Satelliten - 21 Betriebs- und 3 Ersatzsatelliten - auf 6 Umlaufbahnen mit ca. 20.200 km Bahnhöhe kreisen je 4 Satelliten. Zusammen mit Inmarsat benutzt GPS das gleiche Frequenzband 1575,42 MHz.

Die Satelliten, die die Erde auf 6 Umlaufbahnen umkreisen, übertragen Informationen über das Wetter oder die Position rund um die Uhr überall auf die Erde. Diese Informationen können von einem GPS-Empfänger kostenlos empfangen und verarbeitet werden.
Zweck dieses Systems ist es, jedem etwaigen Benutzer, der die Signale empfangen und entschlüsseln kann, die Möglichkeit zu geben, seine eigene Position auf der Erdoberfläche zu bestimmen.
Um das System vor dem Missbrauch durch z. Bsp. Terroristen zu schützen, wurde ursprünglich von der amerikanischen Regierung eine " Selective Availability" (SA) eingebaut, die die Genauigkeit des Systems durch Fehlereingaben auf ungefähr 100 Meter herabsetzte.
Diese " Selective Availability" wurde in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2000 abgestellt (Bill Clinton sei Dank).
Seither kann ein GPS-Empfänger eine Information über die Position mit einem Fehler von nur rund 10 m (bzw. 10 -20 m, andere Quellen 5-10 m) liefern.
Zur genauen Feststellung der Position in zwei Dimensionen (Länge und Breite) sind die Signale von mindestens 3 Satelliten erforderlich erforderlich. Mit Signalen von 4 Satelliten besteht zusätzlich die Möglichkeit die aktuelle Seehöhe über Null zu ermitteln. Theoretisch besteht die Verfügbarkeit von bis zu 12 Satelliten.

Eine direkte Sichtverbindung ist notwendig, da GPS Signale sehr schwach sind und durch Häuser, Berge, dichter Wald, etc. abgeschirmt werden.

P.S.:   Europäisches Navigationssystem Galileo:
Anfang Mai 2000 wurde das europäische Gegenstück zum amerikanischen GPS-System vorgestellt: Das europäische Navigationssystem "Galileo".
Es soll um ca. 25 Mrd. S realisiert werden und im EU-Raum ca. 100.000 neue Arbeitsplätze schaffen. - Ob das stimmt...

Auf ihrem Jahrestreffen in Edinburgh im November 2001 hat die Europäische Weltraumbehörde European Space Agency (ESA) ihr Engagement für das europäische Ortungssystem Galileo bekräftigt. Im Endausbau soll Galileo aus 30 Satelliten bestehen, über die jedes mit Galileo-Chip ausgerüstete Gerät eine Position auf wenige Meter genau bestimmen kann. Galileo ist von Grund auf als ziviles Messsystem geplant und soll 2005 einsatzbereit sein.

Geographische Koordinaten Neumarktimages/flower.jpg (1270 Byte):

48° 25' 37'' Breite
14° 29' 01'' Länge


GPS Garmin Geko 301




Tipp XI - Flüssigkeitshaushalt in der Höhe



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Die Entstehung der akuten Höhenkrankheit hängt nicht vom Ausmaß der Flüssigkeitszufuhr ab.
Das Hauptproblem von Flüssigkeitsdefiziten (Dehydration) in der Höhe liegt vielmehr woanders: Bei zunehmender Blutkonzentration vermindert sich die Geschwindigkeit des venösen Blutflusses, wodurch die durch Kälteeinfluß (erhöhte Wahrscheinlichkeit lokaler Erfrierungen) an sich schon erhöhte Neigung zu lebensbedrohlichen Thrombosen bzw. Thrombembolien (Bsp.: Lungenembolie) beträchtlich zunimmt - daran sterben beim Höhenbergsteigen vermutlich mehr Menschen als durch akute Höhenödeme.
Ein Liter Flüssigkeitsverlust führt zu einer Reduktion der Sauerstofftransportkapazität um rund 5 Prozent, was de facto einer Höhenzunahme von etwa 500m entspricht (!). Verliert man nun beispielsweise auf 3.000m Seehöhe durch Diarrhöe 4 Liter Flüssigkeit/24 Stunden, würde das eine Höhenzunahme von 2.000m auf "physiologisch" 5.000m bedeuten. Die aerobe Leistungsfähigkeit beträgt dann auf 3.000m nicht 85%, sondern nur mehr 65%.

liquid




Tipp XII - Mondphasen und Wetter - Ein Mythos?


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Es wird immer wieder davon gesprochen, die Mondphasen hätten einen Einfluss auf das Wetter. Mir sind allzu esoterische Methoden nicht geheuer (vgl. 100jähriger Kalender), und ich habe einen Meteorologen der Österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gefragt, ob es Studien darüber gäbe. Seine Antwort liefert ein klassisches Beispiel der (kollektiv-) selektiven Wahrnehmung.
Staune selbst:
"Der Mond bewirkt mit seiner Gravitation natürlich auch Gezeitenwirkungen auf die Atmosphäre. Direkte fundierte Auswirkungen auf die Wetterentwicklung sind mir allerdings nicht bekannt.
Es wird zwar immer wieder behauptet, dass bei zunehmendem Mond bzw. bei Vollmond
(Anmerkung: Der Mond befindet sich von der Sonne aus gesehen hinter der Erde) Schönwetter herrscht. Die Phase kann meines Erachtens aber keinen Einfluss haben. Ich erkläre mir das folgendermaßen:
Bei zunehmender Phase
(Anmerkung: Der Mond befindet sich von der Sonne aus betrachtet weiter entfernt als die Erde) tritt der Mond in der ersten Nachthälfte auf, er wird von vielen Leuten gesehen, natürlich nur dann, wenn das Wetter entsprechend ist. Abnehmender Mond (
Anmerkung: Der Mond steht gleich weit von der Sonne entfernt wie die Erde) ist in der zweiten Nachthälfte zu sehen, wo die meisten Leute naturgemäß schlafen. Er wird also auch bei gutem Wetter von nur wenigen Leuten beobachtet."

Weiters:

  • Die Strahlung des Mondes ist etwa fünfhunderttausendmal (!) schwächer ist als die Sonnenstrahlung, welche zweifelsohne Wind und Wetter massiv beeinflusst.
  • Neumond oder Vollmond ist für alle Orte der Erde am gleichen Tag. Nach den wie auch immer lautenden Wetterregeln müsste sich demnach das Wetter überall ändern...

Fazit:
Mir erscheinen die Wetterregeln die den Mondphasen zugeschrieben werden als zu launisch, um daraus irgendeine verwertbare Information ableiten zu können.

Übrigens:
"launisch" kommt von lat. luna, der Mond.

Moon

 

Moon & Earth




Tipp XIII - Alpines Notsignal-Verbreiteter Irrtum


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Das Alpine Notsignal wurde 1894 auf Vorschlag des Engländers C. Dent (1878: Erstbesteiger der Aiguille du Grand Dru, 3.755m) eingeführt.

Es wird praktisch in allen Publikationen wie der einschlägigen Sicherheits-Literatur, Broschüren, Gebietsführern, Webseiten, etc. (auf den neuen Alpenvereinskärtchen, die du hier bestellen kannst, wurde der Text bereits adaptiert) folgendermaßen beschrieben:

6 mal in der Minute (in 10-Sekunden-Abständen) ein sicht- oder hörbares Signal geben mit 1 Minute Unterbrechung. Bis zum Eintreffen einer Antwort wiederholen.
Das kursivgeschriebene ist falsch! - Das Alpine Notsignal ist, soweit es die Batterien, das Durchhaltevermögen, etc. zulassen, bis zum Eintreffen der Rettungsmannschaft zu wiederholen! Wer immer das Signal aus dem Tal oder sonst woher gesehen hat, findet nie im Leben zu dir, wenn du aufhörst, Signale auszusenden.
Die Antwortzeichen (der Retter) werden 3 mal pro Minute (20-Sekunden-Abstände) gegeben.
Damit weiß der Verunfallte, dass er erfolgreich auf seine Notlage aufmerksam gemacht hat. 



Tipp XIV - Umdrehen!


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Die Fähigkeit auf einer Bergtour rechtzeitig umzudrehen (bzw. ohne vermeintlichen Gesichtsverlust umdrehen zu können) ist keine Gabe, sondern erlernbar, und gehört zu einem der wichtigsten Eigenschaften eines Tourenleiters.

Dazu ein Zitat von Hans Kammerlander:
"Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist - denn vorher gehörst du ihm." 

Es gibt nicht viele objektivierbare Kriterien, wann ein Rückzug fällig ist. Dies ist eine von vielen Faktoren abhängige Grauzone:
konditionelle und "technische" Qualität der Teilnehmer,
wie schwer ist der Rückzug an welcher Stelle,
Gruppendynamik (wer sind die Meinungsbildner, etc.),
usw.

Ein Trick ist, vor dem Tourenstart eine definitive Uhrzeit zu vereinbaren, zu der umgedreht wird, sollte das Tourenziel -  aus welchen Gründen auch immer - nicht erreicht worden sein.
Welche Uhrzeit das ist, scheint klar: die errechnete Abstiegszeit samt einer angemessenen Zeitreserve vor dem Sonnenuntergang.

Bei der Tourenplanung sollen ohnehin neben der Schlüsselstelle auch der oder die Umkehrpunkte bzw. andere Entscheidungspunkte eingeplant und in der (mentalen) Karte eingetragen werden.
Diese strategischen Punkte können auch gut mit Pausen kombiniert werden.

Jedenfalls sollte man sich genügend Zeit bei Entscheidungen lassen und nicht vorschnell handeln, sowie Entscheidungen in Etappen treffen.

Die Psychologie beim Bergsteigen ist ein Kapitel, dem zum Glück immer mehr Bedeutung beigemessen wird.

Typische Fehler (am Beispiel Lawinengefahr):
Finaldenken (man sieht das Ziel schon vor sich, rechnet nicht mehr mit Gefahr auf den letzten paar Metern)
"Die anderen sind dort auch gefahren." (befahrene Hänge sind nicht sicher! Außer, sie werden täglich befahren, so dass der Schnee festplaniert ist).
Gefahr Lawinenscanning: Auf dem Hang sind schon einige Skispuren; man selber fährt runter, und trifft genau auf die eine Stelle (diese heißen "Hot Spots"), die die Lawine auslöst, die die anderen verfehlt haben.
"Abfahrt: Jetzt lassen wir die Sau raus." (Es macht so viel Spaß, dass man alle Gefahren vergisst, obwohl man beim Aufstieg sorgfältig alle Risikofaktoren beobachtet hat.)
"Uns ist doch noch nie was passiert.", "Das machen wir schon immer so.", "Den Mutigen gehört die Welt!" (Gruppenzwang)

Wahrnehmungsfehler:
Gefahrensituationen, die zu Wahrnehmungsfehlern führen können:
Kommunikationsprobleme bei mehreren Bergführern oder Anhäufung von Experten!
Zurückhaltung unguter Gefühle
"ich trau mich nicht, etwas zu sagen" ("Weichei")
"Killerphrasen"
gegenseitige Bestätigung von Unwahrheiten
Folgefehler, um vorangegangene Fehlentscheidungen nicht eingestehen zu müssen (Dominoeffekt)
Kommunikationsverlust durch ein zuviel an Harmonie

Im Mühlviertel heißt das:
"Gehts vürschlings ned weida, is arschlings oft gscheida".


"Der Berg gehört Dir erst dann, wenn Du wieder unten bist, bis dahin gehörst du dem Berg!"                Kurt Diemberger

Zitat von Richard Goedecke:
"...demonstrieren wieder einmal, dass eine rechtzeitige und besonnen durchgeführte Umkehr kein Weltuntergang ist, sondern eine Gelegenheit zum Wiederkommen."

Glimpflich ausgegangen, allerdings auch nur aus österreichischer Sicht:
Je größer der Aufwand (bzw. das Prestige), desto schwerer ist offenbar das Umdrehen...
NANGA PARBAT:
ÖSTERREICHER IN NÖTEN
Freitag, 02. Juli 2004, 16:30

Die am Nanga Parbat im Himalaya in Not geratenen Bergsteiger - drei Österreicher und vier Deutsche - haben heute Vormittag das oberste Lager unter dem 8.125 m hohen Gipfel erreicht. Sie sind, wie es heißt, völlig erschöpft und sammeln nun in den Zelten Kräfte. Ein zweites österreichisches Team ist derzeit zu ihnen unterwegs. Die Bergsteiger hatten den Gipfel vor zwei Tagen erst am späten Abend erreicht. Beim Abstieg gerieten sie in Schwierigkeiten. Ein Deutscher ist abgestürzt und vermutlich tot. Die anderen Bergsteiger mussten zunächst in 7.000 Meter Höhe notbiwakieren.

HIMALAYA: ÖSTERREICHER STEIGEN AB Freitag, 02. Juli 2004, 22:00
Die am Nanga Parbat im Himalaya in Not geratenen Bergsteiger - drei Österreicher und vier Deutsche - sind offenbar sehr erschöpft, aber auf dem Weg ins Tal. Laut neuesten Informationen aus Pakistan können sie aus eigener Kraft zum Basislager absteigen. Einige sollen leichte Erfrierungen haben. Die Bergsteiger hatten den Gipfel vor zwei Tagen wegen Schlechtwetters und Schneemassen erst am späten Abend erreicht. Beim Abstieg
gerieten sie in Schwierigkeiten. Ein Deutscher ist abgestürzt und vermutlich tot. Die anderen Bergsteiger mussten zunächst in 7.500 Meter Höhe notbiwakieren.



Tipp XV -  Höhenkrankheit wegen dünner Luft?


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Man liest immer wieder Informationen wie:
"Auf dem Mont Blanc verliert man allein durch den verringerten Sauerstoffgehalt der Luft ca. 30 % der köperlichen Leistungsfähigkeit."

Das stimmt in der Form nicht ganz. Jawohl, mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab (zum Glück, sonst könnten wir den Höhenmesser zuhause lassen... ).
Der Sauerstoffanteil in der Luft bleibt bis etwa 15 Kilometer Höhe konstant bei etwa 21%, allerdings nimmt der Sauerstoffdruck (Sauerstoffpartialdruck) ab.
Die Blutkörperchen können infolge des gesunkenen Luftdruckes nicht mehr so viele Sauerstoffteilchen binden und transportieren, wodurch es zum Sauerstoffmangel im menschlichen Körper kommt.
Der Körper versucht, sich dem dadurch entstehenden Sauerstoffmangel anzupassen, indem er z. B. die Atemgeschwindigkeit und die Herzfrequenz (Puls) steigert. Diese Anpassung wird durch entsprechendes Höhentraining erreicht. Besteht zuwenig Zeit für die Anpassung, kommt der Körper mit dem Sauerstoffmangel nicht zurecht und reagiert mit typischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, und erhöhtem Ruhepuls (bis zu 20%). Auch Übelkeit bis zum Erbrechen und ein deutlicher Leistungsverlust sind oft gesehene Begleiterscheinungen.
Was hilft? - Umdrehen und rascher Abstieg!
 

 




Tipp XVI - Blitzgefahr


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Das einzige Mittel gegen Blitz ist, rechtzeitig wieder in der sicheren Unterkunft zu sein! Alles andere sind Kompromisse.

Das Märchen vom unerwarteten Gewitter hält sich sehr hartnäckig, es kommt aber kein Gewitter unerwartet!

Ab 13 Uhr nimmt die Blitzhäufigkeit kontinuierlich zu, und erreicht das Maximum zwischen 17 und 18 Uhr. Danach nimmt in den Nord- und Zentralalpen die Zahl der Blitze ab, während in den Südalpen die Zahl der Blitze zwischen 22 Uhr und 1 Uhr fast gleich bleibt. 
Schutz vor dem Blitzschlag suchen, daher:

weg von Gipfeln, Graten und anderen ausgesetzten Geländepunkten
weg von Drahtseilen, alleinstehenden Bäumen (egal ob Buchen oder Eichen)
weg von einzelnen Felsnadeln, Felsblöcken usw.
heraus aus wasserführenden Rinnen
Abstand von senkrechten Wänden
Trennung von metallischen Ausrüstungsgegenständen (Pickel, Steigeisen usw.)
Kauerstellung einnehmen, isolierende Unterlage (Biwaksack, Rucksack, Seil) Füße unbedingt geschlossen (Schrittspannung ist tödlich)
Höhlen bilden keinen sicheren Schutz (ev. wasserführende Klüfte usw.)

Sehr gefährdet bist du:
Auf Gipfeln, Graten, unter/in der Nähe von einzelstehenden Bäumen, Wasserrinnen, am Fuße von Felswänden, im Eingangsbereich von Höhlen, bei Hochspannungsleitungen. 

Niedrige Trefferwahrscheinlichkeit (aber kein Schutz):
Täler, Senken, ca. 15 Meter von Felswänden entfernt, Kauerstellung, unter den Biwaksack, auf den Rucksack setzen, Füße geschlossen. Absturzgefahr! Viele werden durch Blitze hinuntergeschleudert.

Daher muss für den alpinen Bereich die Tourenplanung im Sommer so erfolgen, dass man sich bis spätestens 14 Uhr nicht mehr im besonders blitzgefährdeten Bereich wie Graten, Kämmen oder gar auf Gipfeln befindet.

Fazit:
Lieber nass werden, als sich an falscher Stelle unterstellen!
Die sicherste Position am Berg befindet sich im sogenannten Schattendreieck. Dabei handelt es sich um ein gedachtes Dreieck von etwa 15 Meter Seitenlänge, angefangen etwa zwei Meter von der Felswand entfernt. Wer in diesem Bereich steht oder sitzt, den sollte ein Blitz nicht streifen.

Je größer der Aufwand (bzw. das Prestige), desto schwerer ist offenbar das Umdrehen...
STEIERMARK: BLITZ TRIFFT FAMILIE
Gestern Abend ist eine Familie in Seckau im steirischen Bezirk Knittelfeld von einem Blitz getroffen worden. Die Eltern wurden mit ihrer neunjährigen Tochter von einem Hagel-Gewitter überrascht. Die drei flüchteten in einen nahe gelegenen Wald und suchten unter einem Baum Schutz. Um etwa 19.15 Uhr schlug ein Blitz ein und verletzte alle drei. Wie schwer die Verletzungen sind, ist noch unklar. Der Hund der Familie wurde durch den Blitzschlag getötet.

Anmerkung:
Auch dem Hund (Vierbeiner) dürfte die Schrittspannung zum Verhängnis geworden sein.

















Die sicherste Position am Berg bei Gewitter: das Schattendreieck.
 

 

 


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Thomas Pflügl 2000 - 2017

Last updated: 30. Dezember 2016
 
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