Alpenverein Freistadt - Wir geben Dir Berge!

Geistige Gesundheit

Asolo North



"Nirgends strapaziert sich der Mensch mehr als bei der Jagd nach Erholung."
Laurence Sterne


Das Kultur- und Informations-Programm Ö1Ö1 gehört gehört...

Warum das Fernsehen dümmer ist als das Radio. Von Peter Huemer

Sogar die "Starmania" - Moderatorin Arabella Kiesbauer sieht das Niveau des Fernsehens "im freien Fall". Staune selbst!

"Je mehr jemand diesen Weg in diese innere Offenheit gehen kann,
also seine eigene negative Seite akzeptieren kann, dass er die
tragen muss, umso weniger hat er es nötig, diese verdrängte Seite
projektiv an Anderen vorzufinden, also die Neigung, bei Anderen
immer Fehler zu finden, und über Andere zu reden und die
Notwendigkeit Feindbilder zu haben, hängt sehr stark ab,
mit der Unfähigkeit, dass was man Feinden zuteilt,
bei sich selbst wahrzunehmen."
Horst Eberhard Richter, Psychoanalytiker & Sozialphilosoph


Viel hört man in diesen Tagen von der gesunden Ernährung. Es wird entlarvt, korrigiert, nachgebessert, und was gestern "ideal" war ist heut' fast schon eine Sünde.

Dabei wird etwas vernachlässigt: Wir müssen ebenso weit mehr als gewohnt auf unsere geistige Nahrung achten.

Geistige Gesundheit reduziert sich natürlich nicht nur auf den "gsunden Menschenverstand", aber ebenso wenig auf eine rein reproduktive Anhäufung von Gedanken und Wissen.

Weg mit den abgedroschenen Klischees, raus mit den strapazierten Second Hand Gedanken, fort mit dem abgestandenen, schmuddelig-muffigen (Ab-)Klatsch und dem blinden Gehorsam. - Höchste Zeit für eine Entschlackungskur festgefahrener Stereotypen...

Einfach geschrieben, noch leichter gesagt... - Es ist sehr schwer, mentale Fesseln zu entsorgen. Wir sind einem Überangebot von Ablenkung ausgesetzt, sich zu finden ist in diesem Umfeld ein oft zäher Prozess.
Dr. Günther Günther Nenning (bzw. DDr. Günther Nenning) "erlaubt" uns auch einiges:
"Zum lustvollen Leben gehört das Baden in den eigenen Widersprüchen."

Geistige Gesundheit kann

das Genießen und Hören von Stille sein,
die Eröffnung und Eroberung eines neuen Themas, mit dem man sich noch nie beschäftigt hat,
das Training der eigenen Reflexionsfähigkeit,
auf Projektionen verzichten & vorhandene negative UND positive Projektionen zurücknehmen
   (also selbst die Verantwortung zu übernehmen und so frei zu werden) *
   * stammt aus der Schattenarbeit der Jungianer
das Aufweichen erstarrter Klischees, die sich im Kopf angesammelt haben, 
Übung im Komfortverzicht,
oder das Hinterfragen von im Fernsehen gesehenen oder in der Zeitung geschriebenen "Informationen", und was es (abgesehen von der Gehirnwäsche) bringt, sich die unzähligen Katastrophenmeldungen hineinzuziehen.

Ich verteufle das Fernsehen nicht, und glaube auch nicht, dass man dapei ferplötet.
Wir haben jedoch in Österreich einen einzigartigen öffentlichen Radiosender, der neben klassischer und Alter Musik sehr sehr hochwertige Sendungen und Beiträge zu verschiedensten Themen aus dem Bereich Information & Wissen, Kultur, Musik, Literatur, Bildung, Wissenschaft und Religion bringt: Österreich 1.

 


Ö1 ist der erfolgreichste Kultursender Europas und - Ö1 gehört gehört...

Ö1-Service, Tel. (01) 50170-371, oe1.service@orf.at http://oe1.orf.at

Warum das Fernsehen dümmer ist als das Radio
VON PETER HUEMER

Geboren 1941 in Linz. Journalist, Historiker, Dr. phil. Leitete im ORF von 1977 bis 1987 den "Club 2", dann bis 2002 die Radioreihe "Im Gespräch". Im August 2003 erschien im Picus Verlag Wien, sein Band "Warum das Fernsehen dümmer ist als das Radio":
Reden über das Reden in den Medien / Hrsg. v. Wolfgang R. Langenbucher
Gebundene Ausgabe - 175 Seiten - Picus Verlag, Artikelnr./ISBN: 3854527810, 14,90 EUR

Aus der Presse vom 27. 9. 2003

 

Ich war Fernsehmann, und ich war Radiomacher: ein Vergleich. Rede über zwei Medien.


Ausgehend von meiner eigenen Erfahrung, soll es im Folgenden um Medientheoretisches gehen. Am Beginn steht meine These, das Fernsehen sei dümmer als das Radio. Meines Erachtens ist es heute sogar wesentlich dümmer. Dabei rede ich nicht von Programmgestaltung, nicht davon, dass der öffentlich-rechtliche Kulturauftrag des ORF mit Abstand am besten von Ö1, also einer Radiostation, erfüllt wird. Denn Radio- und Fernsehprogramme können selbstverständlich in gleicher Weise anspruchslos, bildungsfrei und kulturlos sein. Ich rede auch nicht davon, dass das Radio die Fantasie stärker anregt, weil wir zur Sprache das Bild dazudenken müssen. Es geht mir um den substanziellen Unterschied, der darin besteht, dass das Fernsehen strukturell dümmer ist als das Radio.

Ausgangspunkt meiner Theorie sind zunächst eigene Beobachtungen durch Vergleich. Ich habe zehn Jahre lang Fernsehgespräche für 3sat in Berlin geführt. Die Sendung hieß "Berliner Begegnungen" und war 45 Minuten lang. Parallel dazu liefen in Wien meine Radiogespräche, die 60 Minuten lang waren. In beiden Formaten mit jeweils einem Gegenüber als Gesprächspartnerin oder -partner, insofern sind die Sendungen durchaus vergleichbar. Im Lauf der Zeit hat sich ergeben, dass ich manche interessanten Gäste in beiden Medien hatte, in Berlin und in Wien - jeweils mit zeitlichem Abstand natürlich, denn ich wollte ja nicht dasselbe Gespräch zweimal führen. Aber dadurch ist doch eine Vergleichsmöglichkeit entstanden. Ich sage ein paar Namen, wer meine Gäste in beiden Formaten waren: Marion Gräfin Dönhoff, Richard von Weizsäcker, Ephraim Kishon, Barbara Rütting, Stefan Heym, Hildegard Knef, Klaus Wagenbach, Alice Schwarzer und so weiter.

Das hat dazu geführt, dass ich eine bestimmte Erfahrung relativ oft gemacht habe: dass das Radiogespräch differenzierter und intensiver gewesen ist als das Fernsehgespräch. Die nächstliegende Frage lautet natürlich, ob es nicht egal ist, wenn sich im Studio außer den Mikrofonen auch noch Kameras und Scheinwerfer befinden, wenn die Bedingungen im Übrigen gleich sind: Zwei sitzen einander gegenüber, und es gibt genügend Zeit zum Reden. Die Differenz von 45 Minuten im Fernsehen und 60 Minuten im Radio ist in dem Fall, da bin ich sicher, nicht entscheidend für den Qualitätsunterschied, und trotzdem gibt es ihn. Die simpelste Erklärung wäre, dass die Kameras und das Licht, diese Studioatmosphäre des Fernsehens eben doch stärker irritieren. Da ist etwas dran. Aber insgesamt greift das als Erklärung zu kurz. Ich meine daher, wir sollten zurückschauen auf die Fernsehentwicklung in den Achtzigerjahren. Da scheint mir die Wurzel zu liegen.

Der Ausgangspunkt: Im Jahr 1956 hat ein gewisser Robert Adler die Fernbedienung fürs TV erfunden. Die hat sich bei uns ab den späten Siebzigerjahren durchgesetzt. Etwa zur selben Zeit beginnt die Versorgung mit Kabelfernsehen. Das Wiener Kabelfernsehen zum Beispiel beginnt am 1. Oktober 1978 mit 533 Haushalten als Versuchsbetrieb. Mitte der Achtzigerjahre funktionieren die meisten Apparate mit Fernbedienung, und gleichzeitig ist die Verkabelung in den Ballungsräumen weit fortgeschritten. Dazu kommt Fernsehen via Satellit. Dass da ein logischer Zusammenhang besteht, ist klar. Wenn man nur zwei Kanäle hat, ist die Fernbedienung viel weniger sinnvoll, als wenn man sechs hat und später 60. Man muss nicht mehr aufstehen und hingehen und umschalten wie bisher, sondern man schießt eine Sendung vom Fauteuil aus ab.

Fernbedienung und vermehrtes Programmangebot via Kabel und Satellit und damit ein verschärfter Konkurrenzkampf um die Werbung ab den Achtzigerjahren verändern das Fernsehen total. Gleichzeitig sind die Quoten immens wichtig geworden, da das Kommerzfernsehen werbefinanziert ist. Aber auch für das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist die TV-Werbung von großer Bedeutung - für den ORF noch mehr als für ARD und ZDF, weil der ORF das Gleiche leisten muss bei acht Millionen Bevölkerung, während es in Deutschland 80 Millionen sind. Das heißt, die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten in Deutschland sind viel leichter aus den Gebühren finanzierbar, da es zehnmal so viele Gebührenzahler gibt. Der ORF ist deswegen fast zur Hälfte werbefinanziert, für ARD und ZDF ist das Werbegeld nicht annähernd so wichtig.

Wie verändert sich nun das Fernsehprogramm im Zeichen von Fernbedienung, Satellit und Verkabelung, Kommerzsendern und Quotendruck? Es wird schneller, es wird schriller, und es wird seichter. Für Langsamkeit und Nachdenken ist immer weniger Zeit, und beides wirkt auch immer weniger fernsehgemäß. Unser aller Sehgewohnheiten verändern sich, das heißt, wir erwarten auch gar nicht mehr vom Fernsehen, dass hier in Gesprächen - und das ist ja mein Ausgangspunkt, die Gesprächssendungen - langsam und ein bisschen umständlich nachgedacht wird. Anders gesagt: Es wird oberflächlicher, es gibt eine Nivellierung nach unten. Ein Teil des Publikums empfindet nun die Programme der Öffentlich-Rechtlichen als zu belehrend, kurzum als zu mühsam und zu anstrengend und wandert ab zu den kommerziellen Sendern, die Anspruchsloseres bieten. Die Öffentlich-Rechtlichen geben daraufhin nach, um die Zuseher zurückzuholen. Das ist eine Spirale nach unten, das Niveau sinkt.

An dieser Stelle bin ich eine Definition schuldig, was ich unter Niveau verstehe: Ich meine Formate, die an die Rezipienten gewisse Ansprüche stellen im Hinblick auf ihre Bereitschaft, sich beim Zusehen oder Zuhören zu konzentrieren, sich darauf einzulassen und allenfalls intellektuell anzustrengen, die manchmal zum Verständnis eine gewisse Bildung und Vorwissen voraussetzen. Anders gesagt: Es handelt sich um Formate mit erschwerter Zugänglichkeit, deren Rezeption allerdings für Interessierte durchaus Vergnügen und Gewinn verspricht. Das meine ich, wenn ich von Niveau spreche.

Damit sind wir bei einer wichtigen medientheoretischen Frage: dem ganz grundsätzlichen Funktionsunterschied zwischen öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Anstalten. Die Öffentlich-Rechtlichen haben die Aufgabe, ein Programm für Hörer und Seher zu liefern. Dafür gibt es bestimmte Auflagen: Die Information muss ausreichend sein, Kultur, Bildung sind Programmbestandteile, insgesamt soll ein gewisses Niveau nicht unterschritten werden.

Bei kommerziellen Sendern hingegen ist nicht das Programm entscheidend, die Aufgabe lautet anders. Die Sendeanstalt stellt der Werbung Seherinnen und Seher sowie Hörerinnen und Hörer zur Verfügung, und zwar möglichst in der erwünschten Zielgruppe zwischen 15 und 49. Das heißt, das Programm ist nicht Endzweck und Mittelpunkt wie bei den Öffentlich-Rechtlichen, sondern lediglich Mittel zum angestrebten Ziel: der Werbung möglichst viele Konsumenten zuzuführen.

Zum Anfang
  Das bedingt natürlich einen völlig anderen Umgang mit Programmfragen - auch wenn heute nicht immer klar ist, wie weit sich öffentlich-rechtliche und kommerzielle Stationen noch unterscheiden. Aber vom Ansatz her ist es eindeutig: Die Programmphilosophie ist gänzlich verschieden. Bezahlt werden kommerzielle Stationen von werbetreibenden Firmen nach der jeweiligen Zuschauermenge, mit anderen Worten: Der Sender verkauft Hörerinnen und Hörer, Zuschauerinnen und Zuschauer an die Werbung. Das ist sein Daseinszweck.

Ein anderer Faktor, der mir für unser Thema wichtig scheint: In den Achtzigerjahren beginnt eine unglaubliche Beschleunigung der Gesellschaft, sie steigert sich noch in den Neunzigern. Ich habe vor kurzem in einer Studie gelesen, dass sich die Zeitnot bei 46 Prozent der Vollerwerbstätigen in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt habe. Der wesentliche Hintergrund für dieses unbestrittene Faktum der Beschleunigung ist der Fall der Berliner Mauer, der Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums, die Konkurrenzlosigkeit des amerikanischen Modells der Marktwirtschaft. Der Kapitalismus ist im wahrsten Sinn des Wortes schrankenlos geworden. Ich muss das nicht weiter ausführen. - Begonnen hat diese Beschleunigung allerdings bereits in den Achtzigern. Aus diesem Grund ist ja die Berliner Mauer gefallen, und deshalb ist ja dem Kommunismus die Luft ausgegangen. Und dabei - und jetzt komme ich wieder auf den Punkt - ist die TV-Fernbedienung ein Faktor gewesen, jedenfalls auf der Symbolebene, weil dieses ständige Umschaltenkönnen im Fernsehen das Programm so radikal verändert hat: Es ist unglaublich viel schneller und hektischer geworden. Etwas Ähnliches haben wir ja auch im Kino erlebt: Die Filme haben dieselbe Beschleunigung erfahren. Die Botschaft, die jeder verstanden hat, lautet: Du musst ebenfalls schneller werden! Speed kills.

Meine These geht also dahin, dass es einen inneren Zusammenhang gibt zwischen Fernbedienung, Kabel und Satellit, weltweitem digitalem Netz und der Beschleunigung in den Achtzigerjahren und letztlich dem nachfolgenden Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums, das nicht mehr mitkam. Dabei ist schon klar, dass die entscheidende Rolle die Ökonomie gespielt hat, wozu auch der Rüstungswettlauf gehört. Aber der Zeitfaktor hängt ja mit dem ökonomischen Faktor untrennbar zusammen. Ich will es nicht überbewerten, meine aber doch, dass die strukturelle Veränderung des Fernsehens sowie die neuen Kommunikationstechnologien die Beschleunigung in den Achtzigerjahren forciert haben, und dieser Beschleunigung ist das sowjetische Imperium zum Opfer gefallen. Es war am Ende zu langsam.

Was bedeutet das alles für unser Thema, die Gespräche in Fernsehen und Radio? Ich habe schon über die neuen Formate, die ab Ende der Achtzigerjahre im kommerziellen Fernsehen entstanden sind, gesprochen. "Heißer Stuhl", "Einspruch" hießen die bekanntesten. Diese Formate waren intelligent gemacht und entsprachen genau den radikal veränderten Bedingungen, unter denen Fernsehen nun gestaltet wurde: Es musste schnell gehen, und es sollte möglichst oft knallen. Daneben hat es aber auch zurückhaltendere Gesprächsformate gegeben. Der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Böhme hat auf SAT.1 den "Talk im Turm" moderiert, jeden Sonntag am späten Abend. Da gab es interessante Gespräche, und bei der ORF-Programmreform 1995 unter Generalintendant Zeiler ist "Talk im Turm" fast wörtlich kopiert worden. Während Böhme aus einem Hotel gesendet hat, zuerst aus dem Maritim in Bonn, später aus dem Hilton in Berlin, kam "Zur Sache", so hieß das österreichische Pendant, aus der Onyx Bar des Do & Co am Stephansplatz. Die Anordnung war die gleiche, sechs Gäste, der Themenkanon war auch gleich, praktisch nur Politik.

Interessant ist daran Folgendes: Während früher die kommerziellen Stationen die Öffentlich-Rechtlichen oft schamlos kopiert haben, läuft es jetzt auch schon umgekehrt, die Öffentlich-Rechtlichen kopieren die Kommerziellen. Das heißt, das Programm gleicht sich an, es wird ähnlicher, austauschbarer.

Dazu kommt noch etwas, und das hängt wieder mit dem Faktor Beschleunigung zusammen: die sogenannten Minutenprotokolle, die im ORF seit Jänner 1991 zur Verfügung stehen. Die sagen für jede Sendeminute, wie viele Menschen zugesehen haben. Das erhöht natürlich für die Sendungsmacher den Druck. Wenn ein Gespräch nachdenklicher wird oder langsamer, womöglich kompliziert, dann bricht ein Teil der Zuseher weg. Die kommen vielleicht wieder zurück, weil anderswo auch gerade niemand durch einen brennenden Reifen springt, aber sie kommen vielleicht auch nicht mehr zurück. Die Konsequenz liegt auf der Hand: Es soll nicht langsam werden, es soll nicht zu nachdenklich werden, und vor allem soll es nicht zu kompliziert werden. Gibt man diesem Druck nach, kommt es zwangsläufig zur erwähnten Trivialisierung.

Aus all diesen Gründen ist das Fernsehgespräch in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten strukturell dümmer geworden und entspricht damit unseren veränderten Gewohnheiten und Erwartungen als Zuschauer. Im Radio dagegen haben sich Inseln erhalten - oder sind erhalten worden, die sogenannten Kultursender. Ein solcher und europaweit der erfolgreichste ist Österreich 1, wo ich das Vergnügen hatte zu arbeiten. Ö1 ist für den ORF besonders wichtig.

Ich erinnere mich an ein Gespräch, das ich mit dem damaligen Generalintendanten Zeiler vor mehr als einem halben Jahrzehnt hatte. Zeiler sagte, wir müssten den "Musikantenstadl" und was noch alles ausrichten, damit wir uns Ö1 leisten können. Ö1 ist ja bekanntlich werbefrei und verdient kein Geld. Ich habe geantwortet, dass es in Wirklichkeit genau umgekehrt läuft. Denn mit Ö1 sei der öffentlich-rechtliche Auftrag des ORF lupenrein verwirklicht, und ohne Ö1 würden die Sehergebühren, und die sind immerhin die Hälfte des Budgets, wackeln. Das heißt, man könnte es auch so formulieren, habe ich zu Zeiler gesagt: Wir leisten uns euch. Ohne Ö1 kein "Musikantenstadl" und kein Autorennen, weil wir die Gebühren verdienen. Zeiler hat das übrigens immer gewusst und hat Ö1 sehr gefördert. Daher ist es auch für die Zukunft von entscheidender Bedeutung, dass Ö1 sein Niveau hält. Dazu braucht es Unabhängigkeit und Geld. So dumm darf keine Geschäftsführung des ORF sein, das nicht zu kapieren.

Im Übrigen halte ich es für richtig, Menschen, die zuhören wollen, lieber ein wenig zu überfordern, als sie zu unterfordern, da das Überfordern zwar anstrengt, aber dem Hörer, der Hörerin schmeichelt, da es an Vorwissen, Bildung und Konzentration beim Zuhören appelliert, während Unterforderung schlicht beleidigend wirkt.

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Thomas Pflügl 2000 - 2017

Last updated: 07. Oktober 2014
 
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