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Bergeaktion Spaltensturz Mitterkarjoch
 

Asolo North


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Im Folgenden eine Fotodokumentation zur Bergeaktion nach einem Spaltensturz unterhalb des Mitterkarjochs (3.468 m) am Samstag, 28. Juli 2007 bei der Gletscherhochtour auf die Wildspitze (3.772 m), die der Alpenverein Freistadt zusammen mit der Bergrettung Sölden durchgeführt hat.
Ein deutscher Alpinist (66) war in eine Gletscherspalte gestürzt.
Die Wildspitze ist nach dem Großglockner der zweithöchste Berg Österreichs.

Fotodokumentation zur Bergeaktion am Mitterkarjoch
Online- und Pressespiegel

Radio-Interview mit Thomas Pflügl in Radio OÖ (im mp3-Format, Lautsprecher lauter drehen!)
Bericht in Tips (8. August 2007) - Alpinist aus Gletscherspalte geborgen
Bericht in den OÖN (3. August 2007): Er steckte kopfüber in der Gletscherspalte

Links zu Onlineberichten (sind vermutlich nicht ewig verfügbar):
http://www.nachrichten.at/dcarchiv/index.php
http://oesterreich.orf.at/tirol/stories/210787/
http://www.tirol.com/chronik/oberland/66410/index.do
http://wcm.krone.at/krone/S32/object_id__74567/hxcms/

Hier ein paar Details zur Bergtour auf die Wildspitze am Samstag, 28. Juli 2007:

Es gab eine seltsame Anhäufung von Unfällen an diesem Tag.

15 Teilnehmer eines Gletscherhochtourenwochenendes veranstaltet vom Alpenverein Freistadt unter der Tourenleitung von Thomas Pflügl sind um 05:00 Uhr früh auf der Breslauer Hütte aufgestanden, kurz nach 06:00 Uhr gestartet.
Beim Montieren der Steigeisen am Rande des Gletschers (der Reste des
Mitterkarferners) unterhalb der Schlüsselstelle Mitterkarjoch um ca. 07:30 Uhr den Spaltensturz eines 66-jährigen Deutschen miterlebt.
Wir waren als Ersthelfer 3 Stunden im Einsatz, und haben die Schlüsselstelle für etwa 70 Auf-/Absteiger gesperrt.
2 Notfallärzte und 3 Bergretter aus Sölden waren außer uns Tourenführern und 2 Bergführern im Einsatz, den in etwa 15 Meter Tiefe verkeilten Verunfallten einen Gurt anzulegen und mit 2 Seilzügen - Gott sei Dank lebend, wenn auch unterkühlt und verletzt - zu bergen.

Leider war das nicht alles.
Gleich nach der Bergung ein Steinschlag direkt auf die 2 auf den Rückflug wartenden Bergretter, der glimpflich ausging.
Kurz vor dem Ausstieg aus dem Mitterkarjoch traf meinen 14-Jährigen Sohn Marvin ein Stein am Kopf, er erlitt dabei eine kleine Platzwunde.
Nur eine Minute später stürzte an derselben Stelle, wo der 66-jährigen Deutsche verunglückte, ein Tscheche ab. Er fiel aber zum Glück nicht in die Gletscherspalte, sondern hüpfte wie von Geisterhand gesteuert über das Gletscherloch.

Beim Gipfelabstieg von der Wildspitze gab es einen spektakulären Ausrutscher eines Bad Vöslauers mit 2 Überschlägen bis knapp vor die Südwand.

Die 3 Stunden Zeitverlust und das beginnende Schlechtwetter sorgten für Stress am Weiterweg zur Vernagthütte. Dort kam dann nochmals der Hubschrauber für die Bergung einiger Bergsteiger aus Bad Vöslau, die sich hinter uns am Gr. Vernagtferner verstiegen hatten (Kartenlesen sollte man können).

Um 18:30 Uhr erreichten wir endlich die Vernagthütte.

Der nächste Tag auf den Fluchtkogel (3.500 m) bei schönstem Wetter und der Abstieg von der Vernagthütte nach Vent waren dann wieder ruhig.
 
Fotodokumentation zur Bergeaktion am Mitterkarjoch
   
06:07 Uhr:
Im Morgengrauen vor der Breslauer Hütte (2.844 m) kurz nach Sonnenaufgang.

15 Teilnehmer:
Erste Reihe v.l.n.r.:
Gerd Simon, Marvin Hölzl, Phillip Resch, Johanna Meisel, Otto Daniel, Michael Binder, Kurt Haugeneder

Zweite Reihe v.l.n.r.:
Kurt Kaps, Susi Daniel, Andreas Freilinger, Fredi Schenkenfelder, Mathias Krempl
 

Dritte Reihe:
Othmar Weigl

Nicht im Bild:
Petra Hölzl und Thomas Pflügl.

   
Ein schöner Morgen, es war sehr warm, man sieht keine Jacken...
   
Keine Orientierungsschwierigkeiten, beste Bedingungen...
   
Grandiose Morgenstimmung...
   
Aber wir wussten...
   
07:26 Uhr:
Plötzlich Hektik am Gletscherrand auf ca. 3.200 m. 
Ein deutscher Alpinist (66) war am 45 Grad steilen Mitterkarjoch unangeseilt in eine Gletscherspalte gestürzt. Im Bild seine Schwester (gelber Rucksack).

Wir riefen sofort die Bergrettung an und meine Kameraden sperrten das Gelände oberhalb des Unfallortes ab, damit uns niemand durch Steinschlag gefährden konnte.

Zum Thema "unangeseilt":
Vermutlich ohne dass dies den beiden Senior-Gechwistern bewusst war, ist es schlau, unangeseilt Schlüsselstellen wie das Mitterkarjoch zu passieren. - Warum?
Weil die Rutschgefahr auf Schneefeldern groß ist, und ein Sturz sehr sehr schwer (nur durch perfekte Liegestütztechnik) gehalten werden kann.
Dass der gute Mann aber OHNE SITZGURT am Gletscher unterwegs war, ist in der Tat unverzeihlich, und hat mich zur Aussage in den
OÖN "Mit der Ausrüstung kann man maximal am Taubenmarkt spazieren gehen." gebracht.
   
07:51 Uhr:
Der Hubschrauber war sehr schnell da, wir hatten noch kaum die Verankerung fertig gebaut.
   
Aufpassen, die Rotorblätter des Helikopters erzeugen so starken Wind, der sogar Rucksäcke aushebt...
   
Das Mitterkarjoch (3.468 m) aus der Vogelperspektive des ÖAMTC-Hubschraubers Christophorus.
In der Bildmitte sieht man die Aufstiegspur.
   
Eine Nahaufnahme vom Gletscherloch, in das der 66-jährige gestürzt ist.

Ständig fließt eisig-kaltes Gletscherwasser hinein und man kann sich gut vorstellen, wie unangenehm es ist, da unten zu warten und zu hoffen.

Der Hubschrauber setzt einen Arzt und einen Bergretter ab und verschwindet wieder.


Später kommt noch ein Carabineri-Polizeihubschrauber. Dieser setzt einen Alpingendarmen ab, der herumirrt und Fragen stellt, obwohl wir alle etwas anders zu tun haben, nämlich ein Menschenleben zu retten...
 
08:47 Uhr:
Blick aus der Unterwelt während der Bergung.
   
Der Notarzt beim Abstieg in die Gletscherspalte. Das Opfer lag 15 Meter tief!

Es dauerte in diesem engen Umfeld sehr lange, bis er dem Opfer Marvin's Sitzgurt montieren konnte.
   
Blick von der Seite auf das Unfallgeschehen.
Im Vordergrund mein Sohn Marvin, er war in diesem Jahr 14 Jahre alt.
   
09:50 Uhr:
Geschafft!
Nach dreistündiger (!) sehr komplizierter Bergung, können wir aufatmen.
Der Mann lebt.


Kaum war das Opfer geborgen, starteten die ersten der mittlerweile auf rund 70 Personen angewachsenen Bergsteigertraube Richtung Gipfel.
   
Aber jetzt wird's noch mal philosophisch:
Wohin gehen wir?

Sollen wir nach diesem großen Zeitverlust noch den Aufstieg wagen?
   
Aber zunächst mal tief durchatmen und eine Kleinigkeit essen & trinken...
   
Noch ein Überblick über das Mitterkarjoch (3.468 m) vom ÖAMTC-Hubschrauber Christophorus.

Eine Hubschrauberminute kostet 78 Euro!
Eine Bergung kommt auf durchschnittlich 2.400 Euro, wobei dieser enorm lange Einsatz sicherlich teurer war.

Was hier hilft ist einzig:
Mitglied werden!

Alpenvereins-Mitglieder
- sind gegen Unfälle versichert (weltweit) und erhalten die Bergekosten rückerstattet.
- erhalten 50% Ermäßigung bei der Übernachtung auf
Alpenvereinshütten!
   
Abtransport des Opfers am Bergeseil.
   
09:55 Uhr:
Blick zurück aufgenommen von Otto Daniel beim Abstieg am Samstag, 28. Juli 2007.
Knapp 3 Stunden hat die Bergung gedauert.
   
Foto (unbekannter Herkunft) des Mitterkarjochs mit eingezeichneten Aufstiegsvarianten (unsere Spur in rot).
   
10 der 15 Teilnehmer entschließen sich für den Aufstieg, die anderen 5 Kameraden saß der Schock zu tief in den Knochen, sie gingen zurück zur Breslauer Hütte und von dort auf die Vernagthütte (2.766 m).

Aber ein Problem gab es noch: Marvin hat keinen Sitzgurt mehr.
Die Absteiger konnten auch keinen Sicherungsgurt dalassen, weil sie ja auch noch Gletscherspalten zu überwinden hatten.
Also machte ich das, was ich nie für möglich gehalten hätte: ich ging auf dem Mitterkarferner Sitzgurt schnorren...
   
Man soll's nicht glauben, ich wurde fündig und jemand borgte mir einen Klettergurt.

Marvin nannte ihn lapidar "Strampler".

Den Klettergurt haben wir wie mit dem edlen Spender vereinbart am Sonntag Abend bei der Bergführerstelle in Vent im Haus Hubertus http://www.hubertus-vent.at abgeben.
   
11:41 Uhr:
Aufstieg zum Gipfelaufbau der Wildspitze, die mit leichter Kletterei (I-II) in kombiniertem Gelände (Fels, Schnee, Eis) erklommen wird.
   
12:18 Uhr:
Am Gipfel der Wildspitze, wir 10 haben es doch noch geschafft.


Famos das Panorama am Südgipfel (3.770 m), man steht mit dem Großglockner (3.798 m) fast auf gleicher Höhe!

Aufstiegstaktik:
Nicht einfach drauf los, dabei beschwindelt man sich gerne selber.
Wir gestalten den Aufstieg bei heiklen Verhältnissen (Zeitknappheit, Blankeis, labiles Wetter, labile Teilnehmer, etc...) nach strengen Vorgaben:
1) Sind wir um 10:45 Uhr nicht am Mitterkarjoch, drehen wir um.
2) Sind wir um 11:00 Uhr nicht auf 3.500 m, drehen wir um.
3) Sind wir um 11:30 Uhr nicht beim Einstieg zum Südgipfel, drehen wir um.
4) Sind wir um 12:15 Uhr nicht auf dem Südgipfel, drehen wir um.
   
Es gab diesmal sogar eine Urkunde für die Teilnehmer!
   
Nach dem Abstieg von der Wildspitze, die Spannung hat sich gelegt...

Aber bis zur Vernagthütte (2.755 m) ist es noch weit.

Die 3 Stunden Zeitverlust und das (auf diesem Bild nicht erkennbare) beginnende Schlechtwetter sorgten für Stress am Weiterweg zur Vernagthütte.

Sonnenuntergang ist um 20:54 Uhr...

Wir stiegen über den Taschachferner und das steile Brochkogeljoch (3.423 m) hinunter zur Vernagthütte (2.755 m).
   
Aber der Herrgott war uns gnädig.
   
   
18:30 Uhr:
Ankunft auf der Vernagthütte, müde aber glücklich.
 
19:00 Uhr:
Beim Hüttenabend gibt es heute viel zu erzählen.

Zum Auftragen von Sonnencréme hatte an diesem Tag offenbar niemand Zeit...
   
Der Tag danach...

Sonntag, 29. Juli 2007, 09:40 Uhr:
Ein guter Tag!

Blick vom Fluchtkogel (3.500 m) auf den Kesselwandferner mit dem Brandenburger Haus (3.272 m).

Im Hintergrund die
Weißkugel (3.739 m), nach der Wildspitze der zweithöchste Gipfel der Ötztaler Alpen und der dritthöchste Berg Österreichs:
1) Großglockner 3.798 m, Hohe Tauern
2) Wildspitze 3.772 m, Ötztaler Alpen
3) Weißkugel 3.739 m, Ötztaler Alpen
   
10:51 Uhr:
Blick vom Fluchtkogel zur Wildspitze.
   
10:55 Uhr:
Gipfelfoto!

Heute kein Rück- bzw. Vorfall...
    

   
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Last updated: 26. Oktober 2016
 
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